Und ruhig fließt der Rhein

Dokumentarfilm (2020, in Postproduktion)

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Noch wenige Schritte, noch ein Tag, dann ist Caroline perfekt, dann ist sie an ihrem Ziel. Die Mittfünfzigerin liegt auf ihrem Klinikbett. Voller Hoffnung auf eine unbeschwerte Zukunft verabschiedet sich Caroline von ihrem alten Ich und fühlt sich seit Jahrzehnten das erste Mal glücklich. Doch jenes Glück zerbricht, ehe Caroline es auskosten kann. Unmittelbar nach ihrer geschlechtsangleichenden Operation erhält Caroline die Nachricht, dass ihr Vater im Sterben liegt. Das über Jahre weggeschlossene Kindheitstrauma bricht wieder auf. Fragmentarische Erinnerungen an jene Orte am Mittelrhein, an denen sie als Kind und Teenager missbraucht wurde, suchen immer stärker Carolines Gegenwart heim, schleichen sich in ihre Gedanken und Träume. Caroline hat Angst, in eine Abwärtsspirale zu geraten, die schon einmal in einem Selbstmordversuch mündete. Ein Halt in dieser Zeit sind Mike und Anke, ein befreundetes Ehepaar, die Caroline in den vielen dunklen Stunden auffangen und ihr die Familie geben, die sie nie hatte. Mit ihrer Unterstützung sucht Caroline Hilfe bei einem Psychologen. In wöchentlichen Therapiesitzungen begibt sich Caroline auf die Reise in ihre Vergangenheit, um die schlechten Erinnerungen und Schmerzen, die ihr inneres Kind erfahren hat, aufzuarbeiten.

Der Film wird damit unweigerlich zu einem Kammerspiel zwischen der Protagonistin und ihrem Therapeuten auf der einen Seite und Interaktionen mit alten und neuen Weggefährten auf der anderen. Mit ihnen zusammen taucht der Zuschauer ein in Carolines Innenleben, um ihren Schmerz zu verstehen. Und zu begreifen, dass Caroline kein Einzelschicksal ist, sondern an jedem Flussufer ähnliche traumatische Kindheitserinnerungen zu finden sind.

Buch und RegieVolker Klotzsch, Oliver Matthes
KameraJan Mammey, Volker Klotzsch
TonJohannes Doberenz, Ghiath Al Mithawi, Eddy Fuge,
Oliver Matthes
SchnittKatharina Wittmann
SchnittassistenzKaren Lemme, Johannes Ramson
DramaturgieBeatrice Babin
PartnerKulturstiftung des Freistaates Sachsen,
Werkleitz-Gesellschaft, TP2-Programm
MitwirkendeCaroline Amelie Herz